Heute ist ein bitterer Tag für die deutsche Sozialdemokratie. Nach einem Wahlkampf, den wir mit großem Engagement geführt haben und bei dem ich, wo immer ich auch war, große Unterstützung erfahren habe.
Es ist gut, dass sich viele nicht haben entmutigen lassen durch eine Berichterstattung, die das Wahlergebnis schon vorweg genommen hatte. Sondern, dass sie gekämpft haben auf den Straßen und Plätzen.
Ich will mich darum bedanken bei der rückhaltlosen Unterstützung: bei den Wahlkämpferinnen und Wahlkämpfern der SPD, besonders auch bei den Jungen Teams, die mich überall hin begleitet haben. Ihnen sage ich: Ihr seid die Zukunft der Partei. Macht weiter so! Ich bedanke mich auch herzlich bei den vielen Unterstützern aus der Kultur, aus den Gewerkschaften und aus der Wirtschaft.
Mein Dank gilt auch unseren Wählerinnen und Wählern. Ihnen versichere ich: Es wird keine verlorene Stimme sein. Wir werden als kraftvolle Opposition die schwarz-gelbe Regierung kontrollieren und treiben. CDU/CSU und FDP müssen jetzt beweisen, ob sie etwas können. Ich habe da meine Zweifel.
Wir werden sehr genau darauf achten, dass auch künftig starke Schultern mehr tragen als schwache. Und dass Lehren aus der Krise gezogen werden. Die SPD hat in den vergangenen Jahren viel dazu beigetragen, dass sich dieses Land modernisiert, dass es stärker, toleranter und weltoffener geworden ist.
Jetzt werden wir dafür kämpfen, dass ein Rückschritt in die 90er Jahre nicht stattfindet. Kein Rückschritt in die Kernenergie. Kein Schleifen von Arbeitnehmerrechten, von betrieblicher Mitbestimmung. Kein Abbruch auf dem Weg zu mehr Mindestlöhnen.
Wir schauen jetzt nach vorn und werden in der Opposition die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die SPD wieder deutlich stärker wird. Dafür will ich mich als Fraktionsvorsitzender und Oppositionsführer einbringen. Ich will meinen Beitrag leisten, damit die SPD zu alter Kraft zurückfindet. Denn ich bin stolz auf die SPD und ihre 146-jährige Geschichte. Die Frauen und Männer in dieser Partei haben immer gestanden - bei Krisen, und sie haben gestanden für die Demokratie.
Daran knüpfen wir gemeinsam an, und das bleibt unsere Aufgabe. Denn die Demokratie in Deutschland wird nicht überleben können ohne sozialen Ausgleich. Die soziale Balance zu sichern bleibt die historische Mission der SPD! Dafür will ich mit ganzer Kraft arbeiten, gemeinsam mit vielen anderen.