
„Es war ein langes und hartes Jahr für die Ortsgemeinde Waldfischbach-Burgalben und zu unser allem Schrecken liegen noch immer mehr als drei Jahre vor uns“, so lautet das Fazit meines nun folgenden Berichts. Vor gut 10 Monaten habe ich in unserer damaligen Mitgliederversammlung bereits versucht darzulegen wie schwierig es ist, die gewählte Ortsbürgermeisterin dazu zu bekommen ihre Arbeit zu erledigen. Hieran hat sich bis heute nichts geändert, im Gegenteil. Nach fast zwei Jahren im Amt hat Frau Klotz-Bischoff heute bereits auf mehr Sitzungen gefehlt als in den fünf Jahren zuvor der Ortsbürgermeister und der Beigeordnete zusammen. Hinzu kommt, dass Sie sich bei fast allen wichtigen Bereichen der Gemeinde vertreten lässt. Christkindlmarkt? Macht der Mansmann. Jagdgenossenschaft? Macht der Mansmann. Sitzung eines Ausschusses? Macht der Mansmann. Fremdenverkehr? Mansmann. Die Liste lässt sich fortsetzten. Norbert Mansmann der ständige Vertreter der Ortsbürgermeisterin. Es wäre einmal eine Anfrage im Ortsgemeinderat wert, ob Ihre Ausfallquote bei den Sitzungen oder bei den Sprechstunden, von welchen sie ohnehin nur 50 % Ihrer Vorgänger anbietet, höher ist. Aber es wäre vermutlich eine Anfrage mehr, welche nicht beantwortet werden würde.
Nur, so kritisch müssen wir auch gegenüber unserem eigenen Mann in der Ortsspitze sein: Norbert Mansmann kann nicht eine Gemeinde alleine führen. Der Aufgabenbereich von Norbert ist umfangreich und würde einer intensiven Bearbeitung bedürfen. Aber wenn er auch noch dauerhaft die Arbeit der Ortsbürgermeisterin versucht mitzumachen, dann ist dies zum Scheitern verurteilt. Bereits jetzt ist zu viel im Geschäftsbereich des Ersten Beigeordneten liegen geblieben. Bei dem offensichtlich extrem angeschlagenen Gesundheitszustand der Ortsbürgermeisterin wäre auch ein stärkeres Engagement des zweiten Beigeordneten gefragt. Aber was macht der CDU-Mann Walter Becker? Offen gestanden den Eindruck als hätte er sich aus der Ortsführung fast gänzlich verabschiedet. Nehmen wir einmal seine Geschäftsbereiche: Örtliche Feste – Jetzt, Anfang April, also fünf Monate vor dem nächsten Bruchwissenfeschd fand noch nicht eine einzige Sitzung des Arbeitskreises statt, weder eine Nachbetrachtung des gelaufenen noch eine Planung des diesjährigen Festes hat stattgefunden. Der Arbeitskreis Christkindlmarkt steht in diesem Jahr genauso im Regen wie im letzten Jahr, weil immer noch keine verbindlichen Aussagen der Ortsführung vorliegen wie sich die mögliche Kostenübertragung in diesem Jahr gestaltet. Vielmehr hat man im letzten Jahr die Ortsbürgermeisterin noch weitere Keile in die Teilnehmer treiben lassen. Wer aber etwas erreichen will,der muss den Menschen Planungssicherheit geben und muss sie auf dem Weg von Veränderungen mitnehmen. Kulturprogramm – In zwei Monaten steht die Vorstellung des neuen Programms an. Bis heute hat der entsprechende Ausschuss nicht ein einziges Mal mit dem Thema Programm 2011/2012 getagt. Die Werbung zu dem laufenden Kulturprogramm wurde in professionelle Hände gegeben, natürlich gegen entsprechende Bezahlung. Bürgerhaus – Über Monate hinweg war der Aufzug defekt. Gestört hat es offensichtlich keinen, am Wenigsten den zuständigen Beigeordneten. Mehr Aufgaben hat der Mann schon gar nicht. Wir können also mit Recht feststellen, der zweite Beigeordnete, der immerhin die gleiche Aufwandsentschädigung bekommt wie der Erste Beigeordnete hat in den letzten Monaten nicht, oder zumindest nicht wahrnehmbar gearbeitet. Wir haben eine Ortsspitze mit einer ständig erkrankten und auch ansonsten arbeitsscheuen Ortsbürgermeisterin, einem aufgrund der anfallenden Menge überforderten Ersten Beigeordneten und einem abgetauchten zweiten Beigeordneten, der seine aufgrund beruflicher Abwesenheit eh eingeschränkte Zeit lieber als Vorsitzender des Freundeskreises verbringt. Es wäre besser er würde sich um seine Aufgaben in der Ortsführung kümmern. Das ist es was ich mit den katastrophalen Aussichten für die Ortsgemeinde meine. Diese Gemeinde wird nicht regiert sondern nur noch reagiert. Sitzungen des Gemeinderates finden zwar eine Unmenge statt, aber nur dann wenn die Verbandsgemeindeverwaltung darauf drängt und Beschlüsse unaufschiebbar sind. Deshalb sind diese Sitzungen auch nicht mit Ausschusssitzungen vorbereitet. Hierfür ist einfach keine Zeit mehr, die Einladungen kommen ja auch meisten gerade noch rechtzeitig. Dann wird verschoben und wir tagen zu den gleichen Themen eben noch einmal. Zwischenzeitlich äußern nicht nur die SPD und die FWG Fraktion diese Kritik, sondern auch die beiden Fraktionen CDU und BWB, welche die Ortsbürgermeisterin bei Ihrer Wahl unterstützt haben. Auch wenn diese bei den treuesten Anhängern der Ortsbürgermeisterin, bei der BWB, noch sehr zurückhaltend ist. Wenn man schadenfroh sein wollte, dann könnte man sagen, die CDU hat jetzt erhalten was sie über fünf Jahre hinweg herbeigeredet hat, nämlich eine untätige Ortsbürgermeisterin. So einfach ist es aber nicht. Der Schaden entsteht nämlich nicht der CDU, sondern der Gemeinde Waldfischbach-Burgalben. Dabei gibt es Vieles was zu tun ist, wenn wir den Anschluss als Gemeinde nicht verlieren wollen. Die Gemeinde verschläft im Moment wichtige Dinge. Der Umbau unserer Werke müsste, entsprechend unserem Antrag von vor über einem Jahr, vorangetrieben werden. Wenn wir es nicht schaffen unsere Werke zukunftsfähig zu machen und neue Geschäftsfelder zu erschließen, dann brauchen wir auch nicht über einen Verkauf zu sprechen. Unsere Werke will dann höchstens geschenkt noch Jemand haben. Überhaupt ist es ein Witz in einer Zeit in der viele Kommunen ihre Stromnetze aus guten Gründen zurückkaufen, über einen Verkauf nachzudenken. Aber klar: Weg damit, das gibt einmal richtig Geld und erspart es, dass man selbst nachdenken und handeln, sprich entscheiden muss. Eine Steigerung der Wohnqualität sollte durch die Schaffung eines Bahnhaltepunktes in Burgalben geschehen. Wir hatten dies in der letzten Periode so durchgesetzt und auch die Zusage der Kostenübernahme durch den Kreis erwirkt. Aber ohne weitere Verfolgung dieses Ziels durch die Ortsgemeinde wird es nicht verwirklicht werden. Genau so sieht es auch bei der dringend notwendigen Sanierung der Bahnsteige in Waldfischbach aus. Wenn die Gemeinde sich nicht dahinter klemmt wird niemand kommen und es für uns erledigen. Einen entsprechenden Antrag wollen wir im Gemeinderat einbringen. Die Sanierung unserer Straßen sollte mit der Einführung wiederkehrender Beiträge endlich vorankommen, jetzt behauptet man, dass es genau die ist die uns handlungsunfähig macht. Angeblich dürfte die Gemeinde kein Geld ausgeben bis die Wiederkehrenden Beiträge erhoben werden. Hierfür braucht man aber einen Fünfjahresplan und eine Prioritätenliste. Dafür wiederum wäre eine handlungsfähige Ortsspitze nötig, die solches vorbereitet. Was in der Zwischenzeit völlig vergessen wird, ist dass die Sanierung ja nur dort gemacht werden kann und darf, wo die Reparatur nicht mehr ausreicht. Das wird bald überall sein. Denn während wir in der letzten Legislaturperiode den Unterhaltungsaufwand von 15.000 Euro auf zuletzt 45.000 Euro gesteigert haben wird dieser nun wieder zurückgefahren. Im Jahr 2009 wurden für Unterhaltungsmaßnahmen noch 31.400,-- Euro aufgebracht, im Jahr 2010 waren es lt. Jahresbericht weniger als 10.000,-- Euro. Hier werden zukünftig die Bürgerinnen und Bürger zur Kassen gebeten, weil die Gemeinde ihre Aufgaben nicht erfüllt. Aber auch den Gemeindehaushalt kommt das teuer zu stehen. Der Gemeindeanteil für eine Sanierung ist höher als die Kosten für frühzeitige Reparaturen. Und so kostet uns diese Ortsführung nicht nur das Geld, welches für sie direkt ausgeben wird, sondern auch noch das Geld was die Gemeinde in die Hand nehmen muss um z.B. beim Kulturprogramm die Arbeit durch Agenturen erledigen zu lassen und um später die Schäden durch die Versäumnisse zu beseitigen. Es gibt ein Zitat wonach „in der Demokratie jeder das bekommt, was die Mehrheit verdient“. Solche Zustände hat aber niemand in Waldfischbach-Burgalben verdient.